
Zum traditionellen Stadtempfang hatte die Stadt Laatzen am gestrigen Sonntag in den Park der Sinne eingeladen. Zwischen Musik, Grußworten und Auszeichnungen zeigte sich einmal mehr, was Laatzen ausmacht: eine lebendige Bürgerschaft, starkes Ehrenamt, beeindruckende sportliche Leistungen und gelebte europäische Partnerschaften.
Rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Vereinen, Kirchen sowie viele interessierten Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung. Unter ihnen: die Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover Monika Plate, Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann, Laatzens Bürgermeister a.D. Jürgen Köhne, Hemmingens Bürgermeister Jan Dingeldey, Sehndes Bürgermeister Olaf Kruse, Springes stellvertretender Bürgermeister Heinrich Freimann, Regionsdezernentin Cordula Drautz, die Mitglieder der Regionsversammlung Gundhild Fiedler-Dreyer und Christian Hinrichs, Gleidingens Bürgermeisterin Silke Rehmert, Ingeln-Oesselses Bürgermeister Heinrich Hennies, Rethens Bürgermeister Ernesto Nebot-Pomar, Mitglieder des Rates und des Verwaltungsvorstands der Stadt Laatzen. Aus den Partnerstädten begrüßte Laatzen Gubins Bürgermeister Zbigniew Bołoczko sowie aus Guben die 1. stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Monika Birkholz.
Eröffnet wurde der Festakt um 11:35 Uhr musikalisch durch „Das Taschengrammophon“. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Kai Eggert folgten weitere Musikbeiträge, die Ehrung des Gleidinger Nactwächters Gerhard Mestwerdt mit der Amateurschauspielgruppe BühnenTiKk, das gemeinsame Grußwort der Partnerstädte Guben und Gubin durch Bürgermeister Zbigniew Bołoczko, ein Grußwort von Monika Birkholz, Gubens stellv. erste Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Grüße aus der evangelischen und katholischen Kirche Laatzens durch Pastorin Dr. Katrin Dieckow, die Sportlerehrungen, die Übergabe von Ehrenamtskarten – und schließlich die Verabschiedung durch den Bürgermeister.
Bürgermeister Kai Eggert dankte zunächst all den Menschen, die Laatzen, zu dem machen, was sie ist „eine Stadt mit Herz, Tatkraft und einer besonderen Gemeinschaft“. Danach blickte er gemeinsam mit den Gästen auf die größten Schlaglichter seit Jahresbeginn wie Schulbauprojekte, Veranstaltungen wie das Winzerfest, den Leinelauf, die traditionsreichen Schützenfeste sowie die Maßnahmen zum Klimaschutz. Dabei betonte Eggert: „All das gelingt nicht durch den Bürgermeister allein. Es gelingt, weil wir in Laatzen ein starkes Miteinander haben – weil Sie alle Ihren Beitrag leisten, ob beruflich bei uns in der Verwaltung oder in den Betrieben, ehrenamtlich oder einfach als gute Nachbarinnen und Nachbarn. Dafür sage ich heute von Herzen: Danke!“ Man habe viele Projekte wie das Quartiersmangement, den Ganztagsschulausbau oder auch den Bildungscampus angestoßen, sodass Laatzen nun optimistisch nach vorn schauen könne, so der Bürgermeister. „Diese Initiativen tragen schon jetzt Früchte und in den kommenden Jahren werden wir noch deutlicher davon profitieren.“
Weiter sprach er auch darüber, mit welchen Fragen sich Laatzen in der Zukunft beschäftigen müsse, wie etwa die Entwicklung von Windkraft, die stärkere Positionierung von Laatzen als Stadt der Kultur, der Pflege und der medizinischen Versorgung oder auch wie sich ein moderates, aber kluges Wachstum bei Wohn- und Gewerbegebieten realisieren lasse. „Das sind keine kleinen Themen, aber wir haben schon oft bewiesen, dass wir als Stadt bereit sind, neue Wege zu gehen“, so der Bürgermeister. Zur Kommunalwahl 2026 sagte Eggert: „Ich bin überzeugt, dass wir sie nutzen werden, um unsere Demokratie zu stärken.“
Persönlich freue sich der Bürgermeister Kai Eggert beim Stadtempfang auf die Ehrungen, denn: „Heute geht es vor allem um die Menschen, die unsere Stadt durch ihren Einsatz, ihre Leidenschaft und ihr Engagement so besonders machen.“
Als erstes ehrte Bürgermeister Kai Eggert den Nachtwächter Gerhard Mestwerdt, der als „Christian Wullekopf“ seit 2023 Interessierte auf eine erlebnisreiche Reise nach Gleidingen ins Jahr 1720 nimmt. Mit ihm würdigte der Bürgermeister auch die Amateurtheatergruppe BühnenTiKk, die den Nachtwächter bei seinen Führungen begleitet. Ende des Jahres verabschiedet sich Gerhard Mestwerdt in den Ruhestand. Wer sein Nachfolger wird, gibt die Stadt Laatzen im Herbst bekannt.
Für Gubins Bürgermeister Zbigniew Bołoczko, der für Laatzens Partnerstädte Guben und Gubin gemeinsame Grüße aus der Eurostadt überbrachte, war es eine Premiere: Erstmals seit seinem Amtsantritt im April 2024 besuchte er Laatzen. Er überbrachte auch im Namen seines Amtskollegen Fred Mahro aus Guben Glückwünsche zum 25-jährigen Bestehen des Parks der Sinne, das Förderverein, Stadtverwaltung und -gemeinschaft im Juni feierten: „In Gubin und Guben wissen wir sehr gut, wie wichtig Grünflächen im Herzen der Stadt sind. Wie groß ihr Wert für die soziale Integration, die Gesundheit und die Lebensqualität der Bewohner ist. Deshalb wissen wir Ihre Arbeit und Sorgfalt bei der Entwicklung dieses Ortes sehr zu schätzen.“ Mit Blick auf die Entwicklung des Parks sagte er: „Es ist bemerkenswert, dass eine ehemalige Mülldeponie in einen Ort verwandelt wurde, an dem die Schönheit der Natur mit allen Sinnen erlebt werden kann.“ Sein Schlusswort setzte ein deutliches Signal: „Möge die Freundschaft zwischen unseren Städten weiterleben und die Bande, die uns verbinden, immer stärker werden.“
Die erste stellvertretende Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Guben, Monika Birkholz, berichtete in ihrer Rede von der feierlichen Übergabe einer neuen Bürgermeisterkette an den Bürgermeister der Stadt Guben. Das ursprüngliche Insigne war im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Zudem informierte sie, dass das einst insolvente Naemi-Wilke-Stift als Gubener Krankenhaus mit dem Diakonissenhaus Teltow einen neuen Träger gefunden habe und damit die Weichen für die künftige medizinische Versorgung in Guben gestellt seien.
Die Pastorin der evangelisch-lutherischen Gesamtkirchengemeinde Laatzen, Dr. Katrin Dieckow, die zugleich für die katholische Kirche sprach, trug die jüdische Erzählung „Wann beginnt der Tag?“ vor. Darin erklärt ein Rabbi seinem Schüler sinnbildlich, dass der Tag beginnt, „wenn wir in den Gesichtern anderer Menschen unsere Schwester oder unseren Bruder erkennen“. Abschließend betonte sie: „Menschlichkeit ist etwas, das wir nur gemeinsam schaffen.“
Gemeinsam mit Dirk Kröger vom Sportring Laatzen würdigte Bürgermeister Kai Eggert die herausragenden sportlichen Leistungen aus drei Sportarten. Die Leichtathletin Dorothea Gantert, Jahrgang 2006, von der Sportlichen Vereinigung Laatzen e.V. wurde erneut für ein beeindruckendes Wettkampfjahr im Hochsprung geehrt: mit einer persönlichen Bestleistung von 1,82 Metern, dem Landesmeistertitel in der Halle (Frauen) bei 1,82 Metern, Platz drei bei den Deutschen Meisterschaften U20 in der Halle sowie der Teilnahme an der Europäischen Meisterschaft U20 in Finnland. Da Gantert turnierbedingt verhindert war, nahm ihre Familie die Auszeichnung entgegen.
Für Beifall sorgten auch die Wasserball-Herren der SpVg Laatzen, die unter Trainer Andreas Schulze-Kopp nach einer starken Relegation den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machten: Im aquaLaatzium setzten sie sich Ende Juni mit 16:11 erfolgreich gegen den SV Blau-Weiß Bochum durch – die erste gewonnene Aufstiegsrunde seit zehn Jahren.
Den Ehrungsblock komplettierten die A-Juniorinnen des TSV Ingeln-Oesselse im Korbball, die sich zunächst mit 10:7 gegen den TSV Heiligenrode den Landesmeistertitel in der Altersklasse der 16- bis 19-jährigen sicherten, erstmals seit 27 Jahren wieder an den Deutschen Meisterschaften teilnahmen und dort die Vizemeisterschaft errangen – betreut von den Trainerinnen Nadja Bollmann und Arabell Strenzel. Mit rund 140 Mitgliedern, davon rund 80 Prozent Jugendliche, stellt die Korbballabteilung in Niedersachsen zudem die größte Abteilung ihrer Sportart.
Kröger empfahl zum Abschluss des Programmpunktes noch allen Gästen, sich sportlich zu betätigen. Für jene, die sich nicht überwinden können, hatte er einen Tipp: „Im Verein geht es leichter.“
Kai Eggert würdigte zudem vier Ehrenamtliche, die sich seit Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Betreuung von Ehrenamtlichen engagieren. Bürgermeister Kai Eggert überreichte die Ehrenamtskarten an Katrin Hofmann von der Freiwilligen Feuerwehr Laatzen, an Frank Schaffert aus der Ehrenamtsbetreuung der Region Hannover, an Johanna Schönsee, die die Kinder- und Jugendzentren unterstützt, sowie an Ronja Ylvie Wöckener, die städtische Freizeitangebote für 6- bis 14-Jährige mitbetreut.
Seit 2021 haben Ehrenamtliche in Laatzen insgesamt 206 Ehrenamtskarten beantragt beziehungsweise ausgehändigt bekommen – 60 davon bis einschließlich Juli 2025. Inhaberinnen und Inhaber profitieren landesweit von Vergünstigungen; vor Ort unter anderem im aquaLaatzium, bei Fitness Factory, im Leine Laden und bei fairkauf.
Bevor Kai Eggert zu seinen abschließenden Worten kam, gab er den Namen des neuen Chatbots bekannt, der künftig auf laatzen.de Fragen rund um die Stadtverwaltung und ihre Dienstleistungen beantworten wird. Aus 83 Namensvorschlägen, eingereicht über die sozialen Medien und eine verwaltungsinterne Umfrage, fiel die Entscheidung auf LINA. Lina steht für Laatzener Informations-Assistentin. Den Vorschlag eingereicht hatte Leyla Ilgic, Verwaltungsmitarbeiterin in der Kindertagespflege. Auf der Bühne gratulierte Eggert der Namensgeberin und präsentierte die Visualisierung des Chatbots.
Mit einem herzlichen Dank an alle Beteiligten und die zahlreichen Gäste endete der Stadtempfang gegen 12.45 Uhr. Den musikalischen Schlusspunkt setzte „Das Taschengrammophon“ mit „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists.