
Die „Jugendhütte“ am Spielplatz in der Pappelallee in Ingeln Oesselse ist in die Jahre gekommen. Das Dach ist abgängig, die Wände beschmiert mit wilden Graffitis und auch ringsherum nicht wirklich ansehnlich für Kinder, Jugendliche und Spaziergänger. „Das konnte so nicht bleiben“, sagt Martin Brütting vom Verein Ingeln-Oesselse aktiv. „Daher kam uns die Idee, warum nicht gemeinsam mit den Jugendlichen aus dem Dorf aus diesem Schandfleck das genaue Gegenteil, nämlich einen echten Eye-Catcher zu machen“, so Brütting weiter.
Der Verein wandte sich kurzerhand an die Stadt Laatzen, ob und inwiefern sie dieses Projekt eventuell unterstützen würde und traf bei Tobias Gronemann vom Kinder und Jugendbüro ins Schwarze. Bereits im letzten Jahr wurde seitens der Stadt das Dach repariert und kürzlich für die bevorstehende Neugestaltung die alten, teils abblätternden Graffitis entfernt und die Fläche grundiert. „Das war mehr als wir uns erhofft haben und bietet die perfekte Grundlage für unser Vorhaben“, erklärt Brütting und spricht der Stadt hierfür seinen größten Dank aus.
Zusammen mit dem Künstler Michael Rofka aus Ingeln-Oesselse und den Jugendlichen Erik, Jonas und Aron fanden vorbereitend einige work-shops in der „Alten Schule“ in Ingeln statt. Es wurden Grundlagen wie Perspektive, Fluchtpunkt, Komplementärfarben, Motive und Farbgestaltung besprochen, erste Ideen gesammelt und erarbeitet sowie berechnet wieviel und welches Material benötigt wird. Hierbei waren die Jungs völlig frei, was Motive, Ideen und Gestaltung anging.
Nach der Materialbeschaffung, welche der Verein Ingeln-Oesselse aktiv e.V. finanziell übernahm, ging es dann vor Ort endlich ans Werk. Hoch motiviert, mit viel Spaß und einer beeindruckenden Professionalität brachten Erik, Jonas und Aron ihre Ideen und Entwürfe auf die Fläche und änderten diese spontan zwischendurch auch mehrmals.
„Für mich als Laien war es absolut faszinierend wie Kunst einfach aus der Situation heraus „entsteht“. Das ist nicht einfach ein vorgefertigtes Bild, welches irgendwo aufgemalt wird. Es wächst aus der Situation, den Emotionen und der vorherrschenden Stimmung heraus“, berichtet Brütting, welcher das Projekt engmaschig begleitete.
50 Spraydosen und knapp zwei Wochen später kann sich das Ergebnis mehr als sehen lassen: Auf der Großen Front prangt nun der Ortsname in moderner Graffittischrift, eingefügt in eine ortstypische Agrarlandschaft, welche sich um die Seiten herumzieht. Blickt man linksherum, bekommt man dann das Ortsschild sowie die im Ort befindliche Kirche, ein Windrad und eine Friedenstaube zu sehen. Lässt man den Blick nach rechts schweifen, schaut ein kleiner Regenwurm aus der Erde, welcher sich dagegen sträubt vom herumwirbelnden tasmanischen Teufel aus der Ingeln-Oesselser Erde gezogen zu werden, während Bugs Bunny dabei nur lächelnd zu sieht.
